Vor einem Jahr hatte die Schweizer Bio-Landwirtschaft ein seltenes Problem: zu viel Mais. Die Bio-Maisernte 2025 war ein Rekord, und die Branche musste Massnahmen gegen die Überproduktion beschliessen. Ein Jahr später sieht alles anders aus.
Bio-Maisernte 2026: ein Drittel des Vorjahres
Anfang Oktober hat Bio Suisse eine erste Schätzung veröffentlicht: Die Bio-Maisernte 2026 (Körnermais) dürfte nur rund 35 Prozent des Vorjahres erreichen. Der Grund ist die Trockenheit dieses Sommers. Viele Bäuerinnen und Bauern haben ihre Felder früh als Silomais geerntet, weil das Futter für die eigenen Tiere knapp wurde.
Am 5. Oktober hat Bio Suisse deshalb die letzte Beschränkung für importierten Knospe-Körnermais aufgehoben. Dabei gilt weiterhin: Die verfügbare Schweizer Ernte wird zuerst abgenommen. Importe ergänzen also, sie verdrängen nicht.
Regional, wo immer es geht

Bei NaturKraftWerke wissen wir, wie viel Arbeit in einer regionalen Lieferkette steckt. Unsere Öle und Muse, zum Beispiel unser Demeter Haselnussmus, entstehen in der Ölmühle Zürcher Oberland in Aathal. Wo immer es möglich ist, arbeiten wir mit Schweizer Produzentinnen und Produzenten zusammen.
Was die Bio-Maisernte zeigt: Regionalität ist keine Garantie
Manche Rohstoffe gibt es in der Schweiz nicht in der Qualität, die wir suchen. Ein Beispiel ist unser Leinöl: Bis heute haben wir keine Schweizer Leinsaat gefunden, die mit dem Saatgut von SEKEM in Ägypten mithalten kann. Darum beziehen wir die Saat von dort, von einem Partner, den wir seit vielen Jahren kennen.
Die Maisernte 2026 zeigt zudem, wie verletzlich selbst eine starke regionale Produktion ist: Ein einziger trockener Sommer kann zwei Drittel einer Ernte kosten. Wer verlässlich Bio-Qualität anbieten will, braucht deshalb beides:
- Starke Partnerschaften in der Region, die auch in schwierigen Jahren halten und den Produzenten Planbarkeit geben.
- Sorgfältig gewählte Partner im Ausland, die dieselben Bio-Anforderungen erfüllen und die wir persönlich kennen.
Was uns alle verbindet
Die Frage «regional oder importiert?» wird oft als Gegensatz geführt. Dabei wollen Bäuerinnen, Verarbeiter und Kundinnen am Ende dasselbe: gute Lebensmittel aus gesunden Böden, zu einem fairen Preis. Nachhaltig ist eine Lieferkette deshalb nicht dann, wenn sie möglichst kurz ist, sondern wenn sie auch in schwierigen Jahren hält.
Was du tun kannst
Achte auf Herkunft und Bio-Zertifizierung. Und hab Verständnis, wenn ein Produkt in einem schwierigen Erntejahr einmal knapp oder teurer wird. Dahinter stehen Menschen, die die Folgen des Klimawandels direkt auf ihren Feldern spüren.